Gestern war es also soweit, und in der Sendung "Absolute Mehrheit" wurde endlich einmal im privaten Fernsehen - zumindest ansatzweise - offen über eine Legalisierung von Drogen wie Cannabis gesprochen. Wie wir vergangenen Freitag berichteten, wurden hierzu Gäste wie der Rapper Sido (bürgerlicher Name: Paul Würdig), Boris Palmer (Oberbürgermeister von Tübingen, Grüne), Jens Spahn (Gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion) und Caren Lay (verbrauchspolitische Sprecherin der Linke-Fraktion) ins Studio eingeladen. Wir waren im Vorfeld natürlich gespannt was bei dieser Gesprächsrunde herauskommen würde und haben daher den Verlauf der gestrigen Sendung nun einmal für euch zusammengefasst.

Bereits zu Anfang der Show machten die Politiker deutlich, welchen Standpunkt sie vertreten. Wie erwartet sprachen sie sich gegen eine Legalisierung aus und führten in diesem Zuge leider die gewohnt stupiden Argumente an. So suchte man vergeblich nach fachlicher Kompetenz oder sinnvollen Argumenten, und bekam stattdessen nur hohle Phrasen zu hören, wie man es auch bisher gewohnt war. Obwohl man also von jemanden wie Jens Spahn, dem gesundheitspolitischen Sprechers der CDU im Bundestags, immerhin etwas mehr Substanz hätte erwarten können, sagte er lediglich dass Cannabis im Gegensatz zu Alkohol und Tabak nunmal illegal sei, weil das schon immer so war. So viel also dazu.

Auch Bezirksbürgermeister von Neukölln, Heinz Buschkowsky, brachte keine besseren Argumente. Neben einer schlechten Erfahrung, derzufolge er sich in Israel, nach ziehen an einem Joint übergeben habe, sagte er außerdem, dass Kiffen „nicht wie Fußnägelschneiden“ sei. Infolge dessen hatte Sido es also nicht alzu schwer, einen vernünftigen Standpunkt zu vertreten und nachvollziehbare Argumente zu nennen. „Ich finde Alkohol viel schlimmer als Gras. Man müsste Alkohol und Zigaretten auch verbieten. Das wäre konsequent.“, sagte der Berliner Rapper und sprach dabei sicherlich einen wichtigen Punkt an.

Auch wenn Sido sicherlich keine sehr tiefgehenden Punkte ansprach, ist er dennoch als deutlicher Sieger aus der Diskussion hervorgegangen und war am Ende des Abends um 300.000 Euro reicher. Abgesehen von seiner Popularität, dürften jedoch auch die mangelnden Kompetenzen der Politiker zu diesem Resultat beigetragen haben. Die entsprechenden Szenen könnt ihr euch auch nachträglich auf ProSieben.de ansehen.